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Stadt Soest verkauft das Haus zum Spiegel

Seit 1974 beherbergt das „Haus zum Spiegel“ an der Jakobistraße 13 das Stadtarchiv. Anlässlich des bevorstehenden Umzugs des Stadtarchivs in den Neubau an der Niederbergheimer Straße hat sich die Stadt Soest nun zum Verkauf der denkmalgeschützten Immobilie entschlossen. Ab sofort und bis zum 1. März 2021 können Interessierte ein Kaufangebot abgeben. Das Besondere an dieser Veräußerung: Die Immobilie geht nicht an den oder die Höchstbietende, sondern der Betriebsausschuss Zentrale Grundstückswirtschaft Soest (ZGW) wird unter anderem anhand eines vorzulegenden Nutzungskonzeptes entscheiden.

Matthias Abel als ZGW-Leiter und Technischer Beigeordneter der Stadt erklärt dieses vom Betriebsausschuss ZGW festgelegte Vorgehen mit dem herausragenden Charakter und der besonderen Lage des „Haus zum Spiegel“: „Für dieses städtebaulich bedeutsame Gebäude soll eine der Lage und Funktion angemessene Nutzung entwickelt werden, die zu dem denkmalgeschützten Gebäude passt.“ Denkbar seien beispielsweise eine Nutzung als Wohngebäude mit einem teilöffentlichen Bereich für kulturelle Veranstaltungen. Abel: „Das ist aber nur ein Beispiel. Wir stehen allen Nutzungsideen offen.“

Neben der Notwendigkeit eines Nutzungskonzeptes und dem Denkmalschutz für Gebäude und Garten sind weitere Kriterien für den Verkauf, dass eine Weiterveräußerung des Gebäudes frühestens nach 15 Jahren und nur mit Zustimmung der Stadt erfolgen kann. Im Exposé heißt es weiter: „Der Erhalt des Gebäudes sowie dessen Restaurierung stehen für die Bewertung der vorgelegten Konzepte im Vordergrund. Gesucht wird ein Bauherr, der bereit und in der Lage ist, in dieses besondere Gebäude im Herzen der Stadt Soest zu investieren und der Geschichte des Hauses und dessen Alter gerecht zu werden. Die Nutzungsidee und die Gebäudesubstanz sollen im Einklang stehen.

Interessierte können ihr Angebot schriftlich bis zum 1. März 2021 um 12 Uhr im verschlossenen Umschlag im Rathaus II, Windmühlenweg 21, bei Frau Ines Dittmar, Zimmer 3.05, abgeben. Hier sind auch Auskünfte und Erläuterungen zum Verkauf möglich. Rückfragen zur städtebaulichen Planung beantwortet Herr Philipp Bunse von der Abt. Stadtentwicklung und Bauordnung (Tel. 02921/-103-3110). Für denkmalrechtliche Auskünfte steht Frau Anna-Maria Bohnenkamp (Tel. 02921/103- 3412) von der Unteren Denkmalbehörde gerne zur Verfügung.

Über das „Haus zum Spiegel“:

Der wohl vollständig aus Stein aufgeführte Adelshof an prominenter Stelle unmittelbar am Hellweg wurde in seinem jetzigen Bestand 1696 gebaut, es gab aber nachweislich Vorgängerbauten. Die Grundmauern stammen aus der Zeit um 1446. Das Objekt ist zweigeschossig mit einem zweigeschossigen Dachstuhl. Haus und Garten stehen unter Denkmalschutz. Den Namen „Haus zum Spiegel“ erhielt das Gebäude aufgrund des Eigentümers Johann von Affeln bei dem Spiegel im 17. Jahrhundert. Das ursprünglich wohl 10.885 Quadratmeter große Grundstück wurde durch Teilverkäufe im 19. und 20. Jahrhundert auf heute 1871 Quadratmeter reduziert. Eine der letzten Privateigentümerinnen Carla Meyer richtete im Haus 1940 eine Jungschwesternschule der nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) ein, die nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1959 als Schwesternschule weitergeführt wurde. Von 1959 bis 1974 beherbergte das Patrizierhaus Jakobistraße 13 das Ökumenische Archiv von Prof. Friedrich Siegmund-Schultze, eine private Sammlung zu den ökumenischen Bestrebungen der christlichen Kirchen. Im Mai 1974 kaufte die Stadt Soest Haus und Garten und richtete im Haus das Stadtarchiv ein.