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Projekt BürgerWOLKE läuft an - Soesterinnen und Soester können Klimadaten im eigenen Garten erfassen

Das Klima verändert sich. Wie wirkt sich das ganz konkret in Soest aus? Die Stadt Soest möchte Antworten auf diese Frage durch das Messen der Klimadaten direkt vor Ort finden. In einem neuen Projekt der Digitalen Modellregion Soest sollen 100 Sensorboxen im Stadtgebiet aufgestellt werden und die Werte der Lufttemperatur, UV-Intensität, Windstärke und Luftdruck erfassen. Die Hälfte dieser Sensorboxen soll auf privaten Grundstücken stehen. Die Soesterinnen und Soester können sich also selber an dem Projekt beteiligen, weshalb es den Namen „BürgerWOLKE“ trägt.

„Wir suchen Menschen, die Lust und Interesse haben, eine der Boxen auf ihrem Grundstück aufzustellen“, erklärt Jörg Radandt, Gesamtverantwortlicher der Stadt für die Digitale Modellregion. Neben den Haus- und Grundbesitzern können sich auch Mieterinnen und Mieter melden, wenn die Eigentümer einverstanden sind. Das Aufstellen der Boxen ist für die teilnehmenden Haushalte kostenfrei bis auf sehr niedrige Stromkosten für den Betrieb. Anmeldungen nimmt das Projektbüro Digitale Modellregion ab Montag, 26. Oktober 2020, online unter www.mitdenken-soest.de/buergerwolke entgegen.

Die Messung der Klimadaten ist natürlich kein Selbstzweck. „Die Daten werden einerseits in Echtzeit online für die Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt“, erläutert Jürgen Treptow, Projektleiter der BürgerWOLKE. „Außerdem wird daraus ein Warnsystem für Extremwetterlagen entwickelt.“ Die ganze Stadtgesellschaft profitiert also, weil eine detaillierte Datenbasis die Entwicklung sinnvoller Maßnahmen zur Anpassung an Klimafolgen ermöglicht. In der vorliegenden Konzeption handelt es sich um ein deutschlandweit einmaliges Projekt. Keine andere Stadt verfügt über ein so flächendeckendes und kleinteiliges Netz an Klimadatenmesspunkten.

Technisch gesehen werden bei den Erfassungsgeräten so genannte Low Cost Sensorboxen eingesetzt. „Wir können allerdings nicht garantieren, dass bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich bei uns melden, eine Sensorbox aufgestellt
werden kann“, betont Jürgen Treptow. „Bei der Suche nach dem perfekten Standort spielen viele Faktoren eine Rolle. Zum Beispiel macht es wenig Sinn, zwei Sensoren in der gleichen Straße zu betreiben.“ Wie die Sensoren funktionieren, erfahren die
endgültig Teilnehmenden in einem Workshop.

Kooperationspartner der Stadt in diesem Projekt sind das Fraunhofer Institut IOSBINA und der Deutsche Wetterdienst DWD. Finanziert wird es als Projekt der Digitalen Modellkommune Soest vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie NRW. Insgesamt setzt die Modellkommune Soest 25 Digitalprojekte um, wobei die BürgerWOLKE eine ideale Verknüpfung der Themen Digitaler Wandel und Klimaschutz darstellt. „Damit fügt sie sich hervorragend in das Ziel der Stadt Soest ein, eine klimaneutrale Smart City zu werden“, betont Jörg Radandt.