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Statt geschlossener Türen: Im StadtLABOR öffnen sich virtuelle Welten

Wer das Soester StadtLABOR besuchen möchte, aber coronabedingt nicht persönlich erscheinen kann, schickt demnächst einfach seinen Avatar. Die Anlaufstelle der Digitalen Modellkommune Soest für die Bürgerinnen und Bürger eröffnet am 28. Mai 2020 um 18 Uhr das neue Virtuelle Stadtlabor. Interessierte Besucherinnen und Besucher können den künstlichen, digitalen Raum dann erstmals per Webbrowser betreten.

Geschlossene Türen, große Abstände zwischen Menschen und vor allem: keine Veranstaltungen. Das hat auch das StadtLABOR Soest schwer getroffen. Nach der großen Eröffnung im Februar dieses Jahres hatten gerade die ersten Veranstaltungen und Termine stattgefunden und dann kam der Lockdown. „Wir haben natürlich sofort darüber nachgedacht, wie wir uns digital aufstellen können“, so Dr. Hanna Hinrichs, die Leiterin des StadtLABORS. „Eins war uns dabei sehr wichtig: Auch das virtuelle StadtLABOR sollte eindeutig etwas mit Soest zu tun haben.“ Keine ganz einfache Aufgabe – die meisten Programme beispielsweise für Videokonferenzen lassen einen Workshop aus Berlin genauso aussehen wie ein Arbeitstreffen der Stadtverwaltung in Soest. „Natürlich brauchen wir klassische Videokonferenzen, aber gerade Öffnungszeiten und die Anregung durch unsere Ausstellung lassen sich damit schlecht umsetzen. Unser neues virtuelles StadtLABOR ermöglicht die Umsetzung von Ausstellungen, aber auch informelle Gespräche und stimmungsvolle Veranstaltungen“, sagt Elisabeth Söllner, wissenschaftliche Mitarbeiterin im StadtLABOR. „Wir wollen ja unserer Aufgabe des Bürgerdialogs weiter gerecht werden können. Deshalb gibt es auch im virtuellen StadtLABOR viele Möglichkeiten, eigene Ideen einzubringen.“

Das virtuelle StadtLABOR ist ganz einfach online über einen Link auf der Seite www.stadtlabor-soest.de abrufbar und öffnet sich direkt im Browserfenster. Wie im echten Stadtlabor ist der virtuelle Raum betretbar. Nur erscheinen die Teilnehmenden selbst als Roboter (Avatar). Man kann sich durch den Raum bewegen, kann sich mit anderen unterhalten und einiges entdecken. Das hat viel von einem Computerspiel – tatsächlich unterhält man sich aber nicht mit programmierten künstlichen Gesprächspartnern, sondern mit echten Personen, die sich ebenfalls gerade im Raum aufhalten.

Solche virtuellen Räume sind tatsächlich etwas Neues – vor allem wenn sie wie in Soest kostenlos sind. „Wir wissen von zwei oder drei großen Konferenzanbietern, die solche Räume haben oder vermieten. Wir sind aber nach unserem Kenntnisstand deutschlandweit die erste Institution ohne kommerziellen Background, die so etwas anbietet. Das funktioniert auch nur, weil wir kostenlose Software benutzen und selbst viel Gehirnschmalz und Kreativität in das Projekt gesteckt haben. Für den letzten Schliff hat das Soester StartUp SpotAR uns dann noch unter die Arme gegriffen.“

Die ersten Programmpunkte für das virtuelle StadtLABOR stehen schon: Nach der Eröffnung am 28. Mai 2020 folgt ein Techniktag zum Thema Xing und am 19. Juni 2020 wird sich das StadtLABOR am deutschlandweiten Digitaltag beteiligen. Infos zum Programm gibt es auf der Webseite.