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Umsiedlungsversuch für Saatkrähen endet nur teilweise erfolgreich

Erstmalig hatte die Stadt Soest im Februar und März dieses Jahres den Versuch unternommen, Saatkrähenkolonien mit Hilfe von arttypischen Lock- und Warngeräuschen innerhalb des Stadtgebietes umzusiedeln. Diese Maßnahme ist jedoch nur teilweise erfolgreich gewesen. Das zeigt die Auswertung der Nistaktivitäten der Saatkrähen nach Abschluss der Maßnahme.

„Die Saatkrähen haben keine Nester mehr in unmittelbarer Nähe der Lautsprecher gebaut, aus denen heraus die Warnlaute abgespielt wurden“, erklärt Olaf Steinbicker, Leiter der Abteilung Stadtentwicklung und Bauordnung. „Am Rigaring verzeichnen wir einen Rückgang um 70 Nester. Allerdings haben die Saatkrähen den von uns angebotenen Ersatzstandort am Silberg nicht angenommen.“ Die Lockrufe aus Lautsprechern in einem kleinen Wäldchen in diesem Gewerbegebiet konnten die erhoffte Anziehungskraft nicht entfalten. Stattdessen wichen die Vögel in andere Bäume entlang der südlichen Ringstraßen aus, um dort ihre Nester zu bauen. Nachdem die Lautsprecher ab Anfang April ausgeschaltet wurden, so wie es die Vorgaben der Unteren Naturschutzbehörde beim Kreis Soest vorsahen, zogen die Saatkrähen auch in jenen Bäumen wieder Nester hoch, in denen die Lautsprecher gehangen hatten. Über die Weiterentwicklung und Fortsetzung der Maßnahme wird nun die Politik zu entscheiden haben.

Immerhin: Bei der jährlichen Zählung der Brutpaare der Saatkrähen Anfang April ergab sich ein kleiner Hoffnungsschimmer. Die Zahl der Paare ist nämlich gemessen am Vorjahr quasi konstant geblieben. Im April 2019 gab es 1633 Brutpaare, in diesem April 1629. Bis dato war die Gesamtpopulation der Saatkrähen in Soest pro Jahr um bis zu 10 Prozent gewachsen. „Wir wissen aber noch nicht, weshalb die Zahl der Brutpaare zum ersten Mal seit langem stagniert und ob dies im nächsten Jahr auch so sein wird“, sagt Olaf Steinbicker.

Die große Zahl an Saatkrähen im Stadtgebiet und die daraus entstehenden Probleme mit Krähenkot und Geräuschen insbesondere während der Brutperiode begleiten die Stadt seit Jahrzehnten. Allerdings handelt es sich bei Saatkrähen um eine besonders geschützte Tierart. Die Stadt darf deshalb keine Maßnahmen ergreifen, welche Saatkrähen verletzen, töten oder die Population in der Stadt gefährden. Es sind lediglich Maßnahmen erlaubt, die das Nisten in hygienisch besonders sensiblen Bereichen verhindern, wie in unmittelbarer Nähe von Gastronomie. Deshalb entfernen die Kommunalen Betriebe Soest AöR in jedem Winter alte Nester oder neue Nestfragmente aus Baumkronen an ausgewählten Standorten, bevor die Brutzeit der Krähen beginnt.