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Stadt Soest gibt ab sofort die Bildungsinformationskarte an Flüchtlinge aus

Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer (Mitte) begrüßte im Rathaus die Vertreter zahlreicher Behörden und Organisationen, welche sich an der Bildungsinformationskarte Soest für Flüchtlinge beteiligen.

Die Stadt gibt ab sofort die ersten Bildungsinformationskarten Soest (BIK-S) an rund 120 Flüchtlinge aus, die in der Stadt leben. Soest hatte im Januar dieses Jahres als eine der ersten Kommunen landesweit die BIK auf den Weg gebracht. Das blaue Heft im Taschenformat dokumentiert, an welchen Deutschkursen, Berufsqualifikationen und Bildungsmaßnahmen ein Flüchtling teilnimmt und welche Prüfungen absolviert werden.

Die BIK-S schafft auf diese Weise für die beteiligten Behörden und Bildungsträger Transparenz. Einerseits können die Doppelbelegung derselben Kurse und das „Maßnahmen-Hopping“ vermieden werden. Andererseits hilft die Karte bei der Planung individuell passender Unterstützungsangebote. Damit trägt die BIK-S zur Integration der Flüchtlinge bei. Den Flüchtlingen selber gibt die BIK Orientierung über die Bildungsangebote in der neuen Umgebung. Sie haben ferner mit der BIK-S die erreichten „Meilensteine“ schriftlich in der Hand. „Das gibt ihnen das Gefühl, mit der Teilnahme an den Bildungsangeboten etwas wirklich Sinnhaftes zu tun“, erklärt Olga Aust, die Integrationsbeauftragte der Stadt Soest.

Die BIK-S ist eng verknüpft mit dem Soester Kurs.net im Internet. Diese Unterseite der Website www.soest.de listet alle Sprachförder- und Bildungsangebote für Flüchtlinge in Soest auf. Aus diesem Angebotspool wählen das Integrationsteam der Stadtverwaltung, die Bildungsanbieter und die Flüchtlinge jeweils individuell die passenden Angebote aus. Das Kurs.net befindet sich derzeit im Aufbau und wird in wenigen Wochen an den Start gehen.

Die entsprechende Kooperationsvereinbarung für die BIK-S wird in den kommenden von allen Bildungsträgern und der Stadt Soest unterzeichnet werden. „Alle Beteiligten haben unsere Initiative sehr positiv aufgenommen und ein großes Interesse an dem sofortigen Start“, erklärt Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer. Zu den Beteiligten zählen das Hubertus-Schwartz-Berufskolleg, die Diakonie Ruhr-Hellweg, die Agentur für Arbeit Soest, der Caritasverband Kreis Soest, das Kolping-Bildungswerk Paderborn, der Kreis Soest mit seinem Kommunalen Integrationszentrum, das SEN e.V., die Volkshochschule Soest, die AWO Hochsauerland Soest, das Jobcenter Arbeit Hellweg Aktiv, die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen e.V., die Fachhochschule Südwestfalen, das Hansekolleg Lippstadt und die Stiftung Bildung Handwerk West GmbH.

Gedacht ist die BIK-S für Flüchtlinge, die in städtischen Unterkünften leben, im erwerbsfähigen Alter sind und sich noch im laufenden Asylverfahren befinden. Das nun festgelegte Verfahren sieht eine „Bildungskette“ vor: Flüchtlinge erhalten innerhalb der ersten 6 Wochen nach ihrer Ankunft in Soest vom Integrationsteam der Stadt die BIK-S ausgehändigt. Anschließend folgt eine Beratung über die passenden Sprach- und Qualifizierungskurse. Die Anbieter dieser stempeln die Teilnahme auf der BIK-S ab und es folgt die Planung des nächsten Kurses durch das Integrationsteam der Stadt Soest. Wer einen Kurs nicht wie geplant absolviert, erhält auch keinen Stempel. „Damit wird eine schriftlich nachvollziehbare Laufbahndokumentation von Anfang an geschaffen“, erklärt Anja Plesser, Fachbereichsleiterin „Sprachen“ der VHS Soest, die an der Entwicklung des Verfahrens mitgewirkt hat.

Wenn ein Flüchtling einen Aufenthaltstitel für die Bundesrepublik erhält, übernimmt das Jobcenter die BIK-S für die weiteren Integrationsmaßnahmen in den Arbeitsmarkt. Die Koordination der Kurse setzt sich also dank BIK-S auch über Behördengrenzen hinweg fort.