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Kaserne soll zunächst zur Flüchtlingsunterkunft und später zu Wohnquartier hergerichtet werden

Die Gebäudeblöcke der früheren Kanaal-van-Wessem-Kaserne sollen noch in diesem Jahr zu einer Zentralen Unterkunftseinrichtung des Landes NRW für Flüchtlinge (ZUE) hergerichtet werden. Im Gegenzug wird die bestehende Notunterkunft aus Leichtbauhallen auf dem Kasernengelände wie geplant aufgegeben und abgebaut. Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer und Ferdinand Aßhoff, Abteilungsleiter bei der Bezirksregierung Arnsberg, erläuterten dieses Ergebnis intensiver Gespräche und Planungen jetzt in Soest. Das Konzept sieht ferner vor, dass die Blöcke nach ihrer Nutzung als ZUE zu Wohngebäuden weiterentwickelt werden. Bei einer Bürgerinformationsveranstaltung am 22. Februar in der Stadthalle können alle interessierten Soesterinnen und Soester die Pläne kennen lernen.

An dem Zukunftsplan für das Kasernengelände, welches rund 20 Jahre ungenutzt im Dornröschenschlaf geschlummert hatte, sind mehrere Akteure beteiligt. So wird die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (BIMA) weiterhin Eigentümerin des Areals bleiben und auch die Herrichtung mit einem Investitionsvolumen von 22,4 Millionen Euro bezahlen. Das Land NRW mietet die Blöcke nach der Revitalisierung für zunächst zehn Jahre von der BIMA an und betreibt dort auf Landeskosten die ZUE. Die Stadt Soest ihrerseits wird die Herrichtung der ZUE als Bauherrin stellvertretend für das Land NRW leiten. Maßgeblich wird dabei die Abteilung Immobilienmanagement der Stadt sein, die neben dem Ausbau der Wohn-, Verwaltungs- und Sozialgebäude auch die Erschließung des Geländes steuern soll. Für die ZUE ist eine Kapazität von 1500 Plätzen für Flüchtlinge vorgesehen. Den Betrieb wird wie üblich auf Landeskosten ein Betreuungsverband übernehmen, der aber noch nicht feststeht.

Nach der Nutzung als ZUE sollen aus den Kasernenblöcken Gebäude mit Geschosswohnungen werden. Zwischen 25 und 35 Wohnungen pro Block sind nach heutiger Planung denkbar. Bereits bei der jetzt stattfindenden Herrichtung sollen insbesondere die Ver- und Entsorgungseinrichtungen so gebaut werden, dass aus den Zimmern der ZUE später mit vergleichsweise geringem Aufwand Wohnungen gemacht werden können. Dieses Konzept bietet für die Soest den Vorteil, dass die alte Kaserne mit Investitionsgeldern des Bundes und ohne Kostenbeitrag der Stadt wiederbelebt werden kann. Mittelfristig erhält die Stadt so ein neues Wohnquartier, dessen Herrichtung sie aus eigenen Haushaltsmitteln nicht bezahlen könnte. Für Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer ist das ein „unschätzbarer Impuls“ für die Entwicklung der Stadt an dieser Stelle.

Ferdinand Aßhoff betont, dass dem Land sehr an einer nachhaltigen, effektiven Verwendung der Steuergelder für dieses Projekt gelegen ist. Die 1500 Plätze der künftigen Soester ZUE sind Teil des Landeskonzepts, das über ganz NRW verteilt 60.000 Plätze für Flüchtlinge in Erstaufnahmeeinrichtungen, ZUEs und Notunterkünften vorsieht.

Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer und Ferdinand Aßhoff sind an einem schnellen Baustart an der Kaserne interessiert. Die Blöcke sollen in mehreren Stufen nacheinander hergerichtet werden, damit möglichst zum anvisierten Abbautermin der Leichtbauhallen Ende Oktober 2016 das erste Gebäude bezugsfertig ist. Der Bauantrag für das Projekt liegt bei der Stadt bereits vor. Für Soest ist die zügige Herrichtung auch deshalb wichtig, weil die ZUE-Plätze der Stadt bei der weiteren Flüchtlingszuweisung in kommunale Obhut angerechnet werden. Ein solcher Puffer besteht zurzeit bereits aufgrund der Leichtbau-Unterkunft. Er wird aber voraussichtlich Ende März aufgebraucht sein, so dass ab diesem Zeitpunkt die Stadt wieder zusätzliche Flüchtlinge aufnehmen müsste. Deshalb prüft die Verwaltung ständig, wo neben der Landesunterkunft auch städtische Flüchtlingsunterkünfte eingerichtet werden könnten.

„Gemeinsam mit der Bezirksregierung möchte die Stadt Soest auch im Fall der ZUE-Pläne für die Kanaal-van-Wessem-Kaserne die Bürgerinnen und Bürger schnell und umfassend informieren. Das hat sich in der Vergangenheit bewährt“, sagt Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer und erinnert an die erfolgreiche und sehr gut besuchte Bürgerinformationsveranstaltung im vergangenen September in der Johannes-Kirche. Für Montag, 22. Februar, ist nun eine Bürgerinformation über die ZUE geplant. Sie wird um 18 Uhr in der Stadthalle Soest beginnen