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Die Stadtarchäologie Soest besteht seit 25 Jahren

Die Stadtarchäologie Soest feiert mit ihrem 25-jährigen Bestehen ein erstes, echtes Jubiläum. Seit ihrer Gründung 1990 hat sie eine Fülle neuer Erkenntnisse über die Soester Geschichte gewonnen, die schon im 6. Jahrtausend vor Christus mit den ersten Siedlern begann. Die offizielle Geburtstagsfeier findet als Festakt im Blauen Saal am Freitag, 21. August, ab 15 Uhr statt. Mit dem 14. Band der Reihe „Soester Beiträge zur Archäologie“ macht sich die Stadtarchäologie zudem selbst ein Geburtstagsgeschenk: Der bildreiche Band blickt auf die Leistungen der Stadtarchäologie zurück.

Auslöser zur Gründung der Stadtarchäologie war 1989 die Neubebauung einer Fläche am Isenacker. In früheren Jahren hatten zwar bereits archäologische Grabungen im Stadtgebiet stattgefunden. Aber die Dokumentation dieser Grabungen empfanden immer mehr Beteiligte als unzureichend. 1990 fanden sich nun auch Befürworter in Verwaltung und Politik, die der archäologischen Forschung in der geschichtsträchtigen Stadt mehr Kontinuität geben wollten. Die erste Grabungsstelle lag 1990 im Hinterhof eines Hauses in der Marien¬gasse. 1992 folgte eine weit aufwändigere Flächengrabung am ehemaligen Parkplatz des Kinos Burgtheater. In den folgenden Jahren schlossen sich zahlreiche kleinere und größere Ausgrabungen und zahllose Baustel-lenbeobachtungen sowie Prospektionen im gesamten Stadtgebiet an. Als bedeutendste Ausgrabungen der Stadtarchäologie seien das St.-Petri-Gemeindehaus, der Markt, das Kloster Paradiese, der Bereich Plettenberg und die Grabungen im Soester Westen erwähnt.

Mit der Arbeit der Stadtarchäologie haben sich die bekann¬ten, qualifizierten archäologischen Fundstellen im Stadtgebiet fast vervier¬facht: von 90 im Jahr 1990 auf 350 im Jahr 2015. Finanziert wurden die Stadtarchäologen zunächst als Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen über die Agentur für Arbeit. Ab 1997 folgten Qualifizierungsmaßnahmen für Jugendliche mit monatlich bis zu 30 Teilnehmern. Seit 1992 wird die Stadtarchäologie grundsätzlich aus verschiedenen Fördertöpfen des Landes NRW gefördert. Als Stadtarchäologe seit den Gründungstagen dabei ist der heutige Leiter der Stadtarchäologie, Dr. Walter Melzer.

Nicht selten stehen die Stadtarchäologen unter Zeitdruck, wenn sie angesichts eines Bauprojektes in der Innenstadt an die Arbeit gehen. Trotzdem arbeiten sie nicht nur effektiv, sondern auch schnell und vergleichsweise günstig. Das Ergebnis: In den 25 Jahren kam es wegen der Grabungen zu keinem einzigen Baustopp.

Neben den Ausgrabungen haben sich Dr. Walter Melzer und sein Team das Ziel gesetzt, Grabungsergebnisse auszuwerten und einem Fachpublikum sowie auch der interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren. Dies geschieht einerseits durch Publikationen, Tagungen, Vorträge und Führungen. Andererseits wirkte die Stadtarchäologie maßgeblich an der Neukonzeption des Burghofmuseums mit, das jetzt als stadtgeschichtlich-archäologisches Museum eine Dauerausstellung mit Abteilungen und Exponaten von der Jungsteinzeit bis in das 20. Jahrhundert präsentiert. Die Öffentlichkeitsarbeit der Stadtarchäologie trägt auf diese Weise dazu bei, dass die Bürgerinnen und Bürger einen Zugang zur Geschichte der Stadt erhalten, so dass sie sich leichter damit identifizieren können.

Untergebracht ist die Stadtarchäologie an geschichtsträchtigen Orten: Fundmagazin und Werkstatt in der ehemaligen Brennerei Kleine am Grandweg, die Büroräume liegen im Haus zum Spiegel an der Jakobistraße, welches auch das Stadtarchiv beheimatet. Der Umzug der Büros ist allerdings bereits beschlossen. An der Niederbergheimer Straße entsteht ein neues Domizil sowohl für das Stadtarchiv als auch für die Stadtarchäologie.