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200 Gäste bei der Geburtstagsfeier der Stadtarchäologie

Gemeinsam mit rund 200 Geburtstagsgästen hat die Soester Stadtarchäologie am 21. August ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert. Im Blauen Saal des historischen Rathauses lobten zahlreiche Wegbegleiter die Arbeit des Teams um den Soester Stadtarchäologen Dr. Walter Melzer, welche das kulturelle Erbe der Stadt sichert und der breiten Öffentlichkeit bekannt macht.

Allein die Zahl der archäologischen Fundstellen erhöhte sich seit Gründung der Stadtarchäologie von 90 auf 365. Für Soests Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer hat die Stadtarchäologie damit „Herausragendes geleistet“, obwohl die Zeitspanne dieser Arbeit gemessen an der 8000-jährigen Geschichte der Besiedelung auf Soester Stadtgebiet „kaum wahrnehmbar“ ist. Prof. Dr. Michael Rind, Direktor der Archäologie für Westfalen beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe, lobte Dr. Melzer als hartnäckigen Wissenschaftler „mit der Nase im Dreck, aber immer mit dem nötigen Überblick“. Dr. Thomas Otten als Vertreter des Landesministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr betonte die Bedeutung einer eigenen Stadtarchäologie. Neben Soest verfügen nämlich nur noch die Kommunen Münster, Höxter, Paderborn und Dortmund über vergleichbare Einrichtungen in Westfalen.

Zu den Gratulanten gehörten im Blauen Saal auch die Gründungsväter der Stadtarchäologie: Helmut Holtgrewe, der 1990 Stadtdirektor in Soest war, sowie der damalige Bürgermeister Peter Brüseke. Auch Dr. Gabriele Isenberg nahm am Festakt teil: Sie hatte in den 1980-er Jahren selber Ausgrabungen in Soest geleitet und später die Gründung der Stadtarchäologie unterstützt. Glückwünsche überbrachten ferner der langjährige Soester Stadtbaurat Klaus Wehmeyer und Ingelore Hagel, die als Herausgeberin der Reihe „Soester Beiträge zur Archäologie“ zur Dokumentation der Ausgrabungen und Forschungen beiträgt.

 Pünktlich zum Festakt konnte Dr. Melzer den 14. Band dieser Reihe präsentieren. Das Buch bietet einen guten und verständlichen Überblick über die zweieinhalb Jahrzehnte der Grabungs- und Forschungsarbeit in der heimlichen Hauptstadt Westfalens. Im Gegenzug freute sich Dr. Melzer über eine ganz besondere Geburtstagstorte. Sie trug als Schmuck eine überdimensionale und aus Marzipan gefertigte Kopie der Soester Scheibenfibel, die in den 1920-Jahren bei der Ausgrabung eines merowingischen Gräberfeldes gefunden worden war.