Startseite Stadtplan Impressum
RSS abonnieren Tweet me An Facebook senden

Kinderschutz

Das Jugendamt (hier konkret der Allgemeine Soziale Dienst) nimmt gem. §8a SGB VIII den Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung aktiv wahr, wenn gewichtige Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Wohls von Kindern oder Jugendlichen bekannt werden.  Diese können sich auf eine körperliche, sexuelle, seelische Misshandlung oder eine Vernachlässigung eines Kindes oder Jugendlichen beziehen. Das Gefährdungsrisiko wird im Zusammenwirken mehrere Fachkräfte nach einem standardisierten Vorgehen abgeschätzt. Es wird immer zeitnah ein persönlicher Eindruck vom Kind und seinem persönlichem Umfeld gewonnen. Die Eltern werden über  die genannten Gefährdungspunkte informiert, auch das Kind wird altersgerecht dazu befragt. Anschließend erfolgt eine Situationseinschätzung, die das weitere Vorgehen beeinflusst.  Je nach Bedarf wird auch Kontakt zu anderen Institutionen wie Schule, Kindergarten oder Arzt aufgenommen.

Die Mitarbeiter des ASD beraten die Familien über verschiedene Hilfsangebote wie z.B.  Hilfen zur Erziehung, Erziehungsberatungsstellen und Hilfen im Haushalt bis hin zur Schutzunterbringung von Kindern und Jugendlichen (s.a. Inobhutnahme). Bei fehlender Mitwirkung der Eltern wird das Familiengericht benachrichtigt.

Wenn Sie Rat, Unterstützung und Hilfe brauchen, wenn Sie sich Sorgen machen, ob das Wohl eines Kindes/ eines Jugendlichen bedroht ist (z.B. durch körperliche oder seelische Gewalt, Vernachlässigung) oder wenn Sie nicht sicher sind, wie Sie sich verhalten sollen: Warten Sie bitte nicht ab, sondern lassen Sie sich beraten! Die Beratung kann anonym erfolgen. 

Jede Mitteilung auf Kindeswohlgefährdung, egal ob schriftlich oder mündlich, wird an die zuständigen Mitarbeiter im Allgemeinen Sozialen Dienst weitergeleitet und bearbeitet.  

Kinder und Jugendliche können sich auch selbst an das Jugendamt wenden!

Die Mitarbeiter/innen  des ASD der Stadt Soest erreichen Sie wie folgt:

Montags-Mittwochs in der Zeit von 08:30-16:00 Uhr, donnerstags in der Zeit von 08:30-17:30 Uhr und freitags 08:30-12:30 unter den jeweiligen Telefonnummern oder aber bei akuter Kindeswohlgefährdung unter der Handynummer 01607545696

Außerhalb der Sprechzeiten wenden Sie sich bitte in Fällen akuter Kindeswohlgefährdung  an die Polizeileitstelle Soest.

Inobhutnahme

Gem. §42 SGB VIII ist das Jugendamt berechtigt und verpflichtet, ein Kind oder Jugendlichen Inobhut zu nehmen, wenn

-          das Kind oder der Jugendliche um Obhut bittet,

-          eine dringende Gefahr für das Wohl des Kindes oder des Jugendlichen die Inobhutnahme erfordert, und die Eltern/ Personensorgeberechtigen nicht widersprechen oder eine familiengerichtliche Entscheidung nicht rechtzeitig eingeholt werden kann. Auch ein ausländisches Kind bzw. ein ausländischer Jugendlicher, der unbegleitet nach Deutschland kommt und sich weder Personensorge- noch Erziehungsberechtigte im Inland aufhalten, ist in Obhut zu nehmen (s.a. unbegleitete minderjährige Ausländer)

Die Inobhhutnahme ist als kurzzeitige Maßnahme zur Krisenintervention oder Gefahrenabwehr zu verstehen. Im Rahmen der Inobhutnahme ist das Jugendamt berechtigt, alle Rechtshandlungen durchzuführen, die für das Wohl des Kindes/des Jugendlichen notwendig sind. Zudem stellt das Jugendamt den  Lebensunterhalt des Kindes/des Jugendlichen sicher.

Während der Inobhutnahme muss das Jugendamt unverzüglich  die  Eltern/Personensorgeberechtigten des Kindes/des Jugendlichen  über die Inobhutnahme informieren und mit ihnen das Gefährdungsrisiko abschätzen. Zudem muss es mit den Kindern/Jugendlichen die Situation, die zur Inobhutnahme geführt hat klären und Möglichkeiten der Hilfe und Unterstützung aufzeigen.

Anonyme Fachberatung im Kinderschutz gem. §8b SGB VIII

„Personen, die beruflich in Kontakt zu Kindern und Jugendlichen stehen

(z.B.  Ärzte, Hebammen, Personal in Schulen, Erzieher/innen, Schulbusfahrer/innen, Psychologen/innen, Trainer/innen in Sportvereinen u.v.m. ) haben einen Anspruch auf eine anonyme Fachberatung bei der Einschätzung

einer Kindeswohlgefährdung.

 

Wenn diese Personen eine Kindeswohlgefährdung wahrnehmen oder die Vermutung haben, dass das geistige, seelische oder körperliche Wohl eines Kindes/ Jugendlichen gefährdet ist, haben sie  einen Anspruch auf Beratung durch eine erfahrene Fachkraft.

Die Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung kann im Einzelfall sehr komplex und schwierig sein. Es bedarf des Fachwissens, um zu einer Situationseinschätzung und daraus folgenden Handlungsschritte zu gelangen.  Hierbei kann Sie die erfahrene Fachkraft unterstützen. Die Situation wird hierbei anonymisiert, d.h. ohne Namensnennung des betr. Kindes/ Jugendlichen besprochen. (Die Fachberatung ist ausdrücklich vom Allgemeinen Sozialen Dienst des Jugendamtes getrennt und dient ausschließlich der Beratung.

 

Was  sind „gewichtige“ Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung? Nachfolgend finden sie einige Anhaltspunkte welche auf eine mögliche Gefährdung hinweisen können. Sie dienen lediglich einer ersten Orientierung, sind keine abschließende Auflistung und erfassen nicht alle denkbaren Gefährdungssituationen:

  1. Äußeres Erscheinungsbild des Kindes/Jugendlichen: Mangelhafte      Hygiene, Anzeichen von Verletzungen, nicht witterungsgemäße Kleidung,      Mangel- oder Fehlernährung, mangelnde medizinische Versorgung
  2. Verhalten des Kindes/Jugendlichen: depressive Stimmung, Aggressivität,      auffallende Zurückgezogenheit, Teilnahmslosigkeit, distanzloses Verhalten,      autoaggressives Verhalten
  3. Verhalten der Erziehungspersonen: Suchtverhalten, Verletzung der      Aufsichtspflicht, nicht kindgerechte Kommunikation mit dem Kind,      elterliche Gewalt untereinander, physische Gewalt gegenüber dem Kind,      fehlende verlässliche und kindgerechte Tagesstruktur, Verweigerung      notwendiger medizinischer Untersuchungen und Behandlungen, Dulden      inadäquaten Verhaltens  anderer im      Lebensraum des Kindes
  4.  Persönliche Situation der      Eltern: chronische      Erkrankungen, Suchterkrankungen, psychische Erkrankungen, eigene      Gewalterfahrungen
  5. Wohnsituation:      Obdachlosigkeit, desolate, gesundheitsgefährdende Wohn- und      Wohnungsbedingungen, nicht kindgerechte Einrichtung
  6. Familiäre Situation: Isolation der Familie, Verschuldung, Belastungen aus dem      Arbeitsleben/Arbeitslosigkeit

 

  • „Gewichtige Anhaltspunkte“ deuten auf eine dauerhaft und massiv schädigende Situation hin und sind zu unterscheidenvon einer unzulänglichen Versorgungs- und Erziehungssituation

 

Ansprechpartner:

Frau Mues

Herr Holt

 

Früherkennungsuntersuchung

Um eine gesunde Entwicklung von Kindern zu fördern, gibt es für Kinder insgesamt zehn Früherkennungsuntersuchungen, die sogenannten „U’s“. Das Land Nordrhein- Westfalen möchte erreichen, dass alle Eltern die Vorsorgeuntersuchungen nutzen, damit alle Kinder die gleichen Chancen auf eine gesunde Entwicklung haben.

Deshalb wurde in Nordrhein-Westfalen die Zentrale Stelle Gesunde Kindheit eingerichtet, um Eltern rechtzeitig an die anstehenden Vorsorge-Untersuchungen zu erinnern. Gerade im Hinblick auf den Schulstart sind die Vorsorge-Untersuchung wichtig denn: Kinder, die z.B. sich schlecht konzentrieren können, schlecht sehen oder hören können oder Schwierigkeiten beim Sprechen haben, werden dem Unterricht nicht so gut folgen können. Auch wichtige Schutzimpfungen sind Teil der Vorsorgeuntersuchungen.

Die erste Früherkennungsuntersuchung (U1)findet direkt nach der Geburt statt. Anschließend folgen die U2- U9 (im Alter von bis zu 6 Jahren). Für die 10-11jährigen Kinder kann noch die J1 erfolgen. Durch die Früherkennungsuntersuchungen können mögliche Erkrankungen oder Entwicklungsstörungen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Sie sind aber auch ein Instrument, um frühzeitig Anzeichen von Misshandlung oder Vernachlässigung zu erkennen, diese Kinder zu schützen und Familien rechtzeitig unterstützen zu können.

Die Kosten für die Früherkennungsuntersuchungen werden von den Krankenkassen übernommen und sind somit für die Familien kostenlos!

Bleibt die jeweilige Früherkennungsuntersuchung aus, informiert die Zentrale Stelle Gesunde Kinder das Jugendamt darüber, für welche Kinder noch keine Teilnahmebescheinigung vorliegt. Die Mitarbeiter des Allgemeinen sozialen Dienstes der Stadt Soest nehmen dann in eigener Zuständigkeit Kontakt mit den Eltern/ Sorgeberechtigten auf.